Frauen und Rauchen

Alarmierende Situation in Deutschland

Über 7 Millionen Raucherinnen in Deutschland

Aktuell rauchen 35 % der erwachsenen Männer und 27 % der erwachsenen Frauen [1]. Im Durchschnitt gibt es zwar immer noch mehr Raucher als Raucherinnen in Deutschland, jedoch hat sich das Rauchverhalten in den letzten Jahren, vor allem in den jüngeren Altersgruppen, zwischen Männern und Frauen angeglichen. Zwischen 12-15 Jahren rauchen 7 % der männlichen und weiblichen Jugendlichen. Bei den jungen Erwachsenen stellt man die gleiche Tendenz fest: 40% der männlichen und weiblichen Jugendlichen zwischen 20-25 Jahren rauchen [2]. Der Anteil Rauchender bei arbeitslosen Frauen liegt bei 45% [3]. Besonders Besorgnis erregend ist die hohe Anzahl Schwangerer (25–30 %) [4] und allein erziehender Mütter (53 %)[5], die rauchen.

Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, ist der Anteil von Frauen, die an Krankheiten wie Lungen-, Bronchial-, Kehlkopf- und Luftröhrenkrebs sterben in den letzten 10 Jahren um fast 40% gestiegen. Es wurde weiterhin festgestellt, dass Frauen auch früher als Männer an diesen Krankheiten sterben. Während Männer im Durchschnitt 3 Lebensjahre durch diese Krankheiten verlieren, verloren Frauen im Durchschnitt sogar um 10,5 Jahre [6]W

[1] Epidemiologischer Suchtsurvey 2009 (ESA)
[2] Der Tabakkonsum Jugendlicher und junger Erwachsener in Deutschland 2010, BZGA
[3] Mikrozensus 2009
[4] Who smokes during pregnancy? An analysis of the German Perinatal Quality Survey 2005, Schneider S,
[5] Sozioökonomisches Panel 2006
[6] Pressemitteilung Statistisches Bundesamt 189/12 „Immer mehr Frauen sterben“, 31. Mai 2012

Weniger Frauen schaffen den Ausstieg

Auch wenn die meisten Raucherinnen über die gesundheitlichen Risiken informiert sind und aufhören möchten, schaffen es viele Raucherinnen nicht sich dauerhaft sic h von der Zigarette zu trennen. Dies wird besonders bei sozial benachteiligten Frauen beobachtet.

Die Schwierigkeit das Rauchen aufzugeben, lässt sich u.a. dadurch erklären, dass Frauen öfter rauchen um Stresssituationen zu bewältigen und negative Gefühle zu überwinden. Frauen greifen oft automatisch zur Zigarette wenn sie z.B. mit Freundinnen telefonieren, eine Tasse Kaffe oder ein Glas Wein genießen oder nach dem Essen. Oft ist die Zigarette auch einfach ein Vorwand um sich eine Pause vom anstrengenden Alltag zu gönnen. Es ist extrem schwer sich diese Automatismen abzugewöhnen. Für viele Mädchen ist Angst vor einer Gewichtzunahme ein maßgeblicher Faktor, den Ausstieg nicht zu versuchen oder einen Rauchstopp abzubrechen. Zudem neigen viele Raucherinnen dazu, ihr Gesundheitsrisiko zu unterschätzen, besonders diejenigen, die nur wenige Zigaretten pro Tag rauchen.

Vermeidbare Gesundheitsschäden

Aktives Rauchen und passives Mitrauchen schädigt alle Organe des menschlichen Körpers, denn es gibt keinen unschädlichen Tabakkonsum.

Bei Frauen ist schon ein viel geringerer Tabakkonsum als bei Männern mit einem erhöhten Gesundheitsrisiken verbunden. Rauchende Frauen erkranken viel schneller an Lungenkrebsund Blasenkrebs, chronisch obstruktiver Lungenerkrankungen (COPD). Sie haben auch ein höheres Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen als Männer. Beispielsweise haben Frauen, die nur drei Zigaretten pro Tag rauchen, ein ebenso hohes Herzinfarktrisiko wie Männer, die sechs Zigaretten pro Tag rauchen. Durch gleichzeitige Einnahme der „Pille“ erhöht sich das Herzinfarktrisiko drastisch ebenso wie das Thromboserisiko.

Gynäkologische Folgen vom Tabakkonsum können außerdem eine schmerzhafte Menstruation, Gebärmutterhalskrebs, verminderte Fruchtbarkeit, schwere Komplikationen in der Schwangerschaft und früher einsetzende Wechseljahre sein.

Mütterliches Rauchen belastet die Gesundheit des Kindes nachhaltig, und das bereits im Mutterleib und nach der Geburt (zu niedriges Geburtsgewicht, plötzlicher Kindestod, größere Anfälligkeit für Atemwegserkrankungen, Mittelohrentzündung, Asthma usw.).

Nicht zuletzt ist Passivrauchen ein wesentlicher Faktor für die vorzeitige Sterblichkeit bei Frauen. So sterben jedes Jahr mehr als 3.300 Menschen an den Folgen des Passivrauchens in Deutschland, 70 % davon sind Frauen.

Weiterführende Informationen finden Sie auch im Frauengesundheitsportal der BZgA